Optimist oder Pessimist

 

Bin ich Optimist, sage ich: Das Glas ist halb voll.

 

Bin ich Pessimist erwidere ich: Diese Glas ist halb leer getrunken.

 

Es ist interessant wie wir Menschen charakterlich auf eine dramatische Weise anders sind. Nun macht es aber genau die Anziehung und die Abstossung, sowie die Reibung und die Spannung aus, wie verschieden wir sind. Die Charakterarten von uns selbst, vermögen wir nicht zu erkennen. Das nenne ich immer unseren blinden Fleck. Wir fühlen uns doch richtig so wie wir sind? Dass wir zur Selbstidealisierung und Selbststilisierung neigen, bemerken wir gar nicht. Wir sehen das was wir wollen. Wenn ein Mensch nicht psychologisch geschult ist, hält er seine eigene Wesensbildung für die allgemein richtige. Wenn wir ehrlich sind, ist es uns unverständlich, dass man die Welt auch anders betrachten kann.

 

 

Wenn ich mich betrachte, so muss ich sagen, dass ich es gerne sauber habe. Sei es in der Wohnung, am Schreibtisch, in der Garage oder im Geschäft. Alles hat seinen Platz. Ich kann im Chaos nicht leben. So weit so gut oder schlecht. Schlimmer ist doch: Menschen die im Chaos versinken, dabei noch den Überblick haben und alles finden, bewundere ich irgendwie. Doch auch wenn mich das verwundert, dass man im Chaos alles findet und nicht die Nerven verliert wenn man dann doch etwas nicht gleich findet. So erschreckend ist es zu sehen, dass es eben gerade dieses Gegenteil auch gibt. Im Grunde fehlen doch dann diesen Menschen das Verständnis für klare Strukturen und Korrektheit. Jetzt aber mal ernsthaft, ist das wirklich so? Ist bei diesen Menschen vielleicht eher das freischwebende Schöpferische da, das Intuitive. Ist es nicht so dass wir oft ein Unvermögen besitzen, den anderen Charakter zu verstehen. Wie wir oft auch vergessen, dass jeder eine andere Zeit hat. Andere Zeit? Der einte ist sofort mit einer Veränderung oder mit etwas anderem einverstanden. Wiederum der andere muss zuerst noch darüber schlafen.

 

 

Paare finden sich meist nach dem Prinzip gleich und gleich gesellt sich gerne. Um ihre Gemeinsamkeiten heraus zu finden brauchen Sie nicht lange zu suchen. Eine kurze Blickdiagnose, ein Fünf-Minuten-Scann und ein Dialog danach haben sie sich gefunden.

Wir ordnen Menschen in unserer Umgebung rasch in gewisse Charakter Typen oder Kategorien ein. Von melancholisch, kühl-distanziert, heiter, hilfsbereit bis zugeknöpft. Nicht zu vergessen, wie wir Menschen charakterlich Zuschreibungen machen anhand des Sternzeichen. Was steckt da drin? Eigentlich doch die Idee von einer kosmischen Verbindung. Ist es dann wirklich Schicksalsmacht, wie viele glauben und täglich Ihr Horoskop lesen. Auch das ist nicht ganz klar, denn warum ist das Horoskop so wichtig bei der Geburt, nicht auch während der Zeugung? Nach genauer Überlegung müssen wir doch zumindest jetzt wissen, dass die langsame Kreiselbewegung der Erdachse die Sterne auch bewegt. Wenn man sich doch ansieht wo die Sterne wahren vor 1000 oder vor 2000 Jahren, sind es denn heute noch die Sternbilder die es damals waren?

 

Es gibt keine wissenschaftlichen Grundlagen für die Behauptung der Astrologie. Es gibt einige Beispiele heute, wie man versucht an gewissen Sachen wie Schädelgrösse, Körperbau oder westliche Esoterikszene oder Buddhismus den Charakter eines Menschen zu definieren. Es ist anhand der Aufzählung nun wahrscheinlich leichter zu erkennen, dass es zufällig ausgewählte Charaktermerkmale gibt. In Behandlungen kann man wenn nötig hilfsweise solche Charaktersymbole heranziehen. Doch erst das Zusammenspiel von Signalen der Umwelt und genetischen Informationen ergibt diese Einmaligkeit eines Individuums. Der Mensch ist einerseits Genetisch durch die Erbmasse sowie durch die Vielzahl von Möglichkeiten darunter auch Freiheiten ausgestattet. Keiner wird durch seine Gene dazu gezwungen, ein schlechter Mensch zu sein. Ist nun der menschliche Charakter fest oder wandelbar? Können wir uns ändern oder nicht?

 

 

Jeder Charakter ist so eigen wie er sein möge,

 

alles wiederholt sich vom Wasser bis zu den Bergen,

 

in der Welt gibt’s kein Ding das nur einmal da wäre.

 

Theresa Krähenbühl