1 Teil Unsere Seele ist keine Blackbox

 

Frauen sind keine Puppen und Männer sind keine Filmhelden. Wir Menschen sind nicht einfach, sondern widersprüchlich und komplex. Das Seelische ist wie Tag und Nacht und schreibt wie ein Flugschreiber auf der Basis von Milliarden Synapsen, alles auf.

 

Der Mensch ist je nach Temperamentslage, entsetzt, betrübt oder erstaunt, wenn er entdeckt, dass andere auch wirklich anders sind. Die einzelnen Verschiedenheiten werden meist als schwer erträglich, peinlich oder unrichtig empfunden. Wie ein Irrtum wirkt das Anderssein wie eine Störung oder Verfehlung der Weltordnung.

 

 

 Der extravertierte Typus

 

Wie gegensätzlich andersartig Charakterbildung sein kann, zeigt sich wenn wir den introvertierten und den extravertierten Typus ansehen. Die meisten Menschen kennen den Urheber der Charakterlehre nicht mehr. Es wird nicht versucht alles in eine Schublade zu pressen, sondern es eröffnet jedem einen neuen Weg. Es kann helfen sich im Hier und Jetzt bei seinem persönlichen Entwicklungsprozess zu orten. Die Existenz von extravertierten und des introvertierten Menschentypus, sind nicht bloss zwei Systeme. Der eine Charaktertypus ist eher nach innen der andere eher nach aussen gerichtet. Wenn wir uns ein Leben ansehen, so sehen wir wie die Schicksale des einen mehr bedingt sind durch die Objekte der Interessen. Beim anderen sind die Schicksale mehr durch sein eigens Inneres (sein Subjekt) geprägt. Für den Introvertierten Typus hat das Subjekt einen höheren Wert als das Objekt. Der extravertierte Mensch ordnet, im Gegenteil, das Subjekt dem Objekt unter. Der Extravertierte interessiert, das was man Redet, das Gerede. Sein Gewissen hängt in hohem Masse von der Umgebungsmeinung ab, auf die Haltung und Pflege von Freundschaften. Es ist der Typus, Parteigänger, will mitwirken und immer dabei sein. Die Betriebsamkeit jeglicher Art geniesst er/sie und stellt sich selbst zur Schau. Sein gesamter Lustmechanismus auf der Welt ist an Objekte gerichtet. Die Welt draussen ist für den Extravertierten interessant. Seine Ansprüche beruht darauf die gegebenen Möglichkeiten auszufüllen. Realistisch, aufgeschlossen, ein lebenstüchtiger Praktiker, so gesehen hat der Extravertierte doch seine positive Seite gezeigt. Doch dem Extravertierten ist der Umgang mit sich selbst unheimlich. Er hüpft über Abgründe, trägt dabei auch nicht gerade für sein körperliches Wohlbefinden bei. Irgendwann meldet sich der Körper: handfeste organische sogar körperliche Störungen können auftreten. Charakter und Krankheit hängen oft enger zusammen, als dass man es sich träumen lässt. Die Krankheit stellt oft im Kern eine Kränkung dar. 

 

Extravertierte Männer sind vorwiegend in rationalen-nüchternen Berufen anzutreffen. Frauen sind es dagegen eher in Pflegeberufen oder Erziehung anzutreffen, da das extravertierte Fühlen Vorrang hat. So wie der passende Mann dann, auch subjektiv der passende ist, weil er das richtige Alter hat und auch im Beruf allen vernünftigen Anforderungen entspricht. Beim extravertierten Fühltypus ist das Denken nur ein Diener des Gefühls. Der extravertierte Mann wiederum ist trocken wie Pulver. Er reduziert die Inhalte auf objektive Grundlagen und Einflüsse die vom Objekt gesendet werden. Immer alles schön sachlich sehen! Was von innen kommt erscheint Ihm als verwerflich oder krankhaft. Auf keinen Fall, hat er eine Bindung von Gefühlen, sondern am äusseren des Objekts. Seine Neigung zur Reflektion ist niedrig, doch sein objektiver Tatsachensinn sehr hoch gestellt.